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05.05.2020

Zuckerkrank und Zahnfleischbluten?

Wie sich Diabetes und Parodontitis gegenseitig hochschaukeln können

Foto: djd/Deutsche Gesellschaft für Parodontologie/Getty Images/gilaxia

 
Closeup over the shoulder view of a cheerful early 40's male patient happily smiling to the camera after his dental procedure.
Gesundheit beginnt im Mund: Sorgfältige Zahnpflege und regelmäßige Check-ups beugen Parodontitis vor.

Foto: djd/Deutsche Gesellschaft für Parodontologie/Getty Images/gilaxia
Im menschlichen Körper hängt alles mit allem zusammen. Deshalb können sich auch Erkrankungen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, gegenseitig beeinflussen. Das gilt zum Beispiel für die Volkskrankheiten Diabetes und Parodontitis. Denn ein schlecht eingestellter Blutzucker kann Entzündungen von Zahnfleisch und Zahnhalteapparat begünstigen, zu Zahnfleischbluten, Karies und schließlich zu Zahnverlust führen. Umgekehrt erschwert eine unbehandelte Parodontitis die Blutzuckerkontrolle und verschlimmert so oft den Diabetes.

Anzeichen rechtzeitig erkennen

Insgesamt haben in Deutschland rund 7,5 Millionen Menschen Diabetes, etwa 20 Millionen leiden unter Entzündungen des Zahnhalteapparates. Wer weiß, dass er von einer der beiden Krankheiten betroffen ist, sollte unbedingt auch die andere im Blick behalten. Generell sind Symptome wie blutendes oder entzündetes Zahnfleisch, Mundgeruch, empfindliche Zahnhälse und lockere Zähne oder Diabetes-Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel und Rauchen ein Anlass, genauer hinzusehen. Unter www.parounddiabetes.dgparo.de gibt es von Fachleuten entwickelte Selbsttests, mit deren Hilfe man das Vorliegen einer Parodontitis und das eigene Diabetesrisiko einschätzen kann. Die Website der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DG Paro) bietet außerdem ein Erklärvideo und einen Ratgeber zum Download. Dort wird wissenschaftlich fundiert, aber leicht verständlich über die eng verzahnten Leiden aufgeklärt. Wer bei sich Anzeichen oder Risikofaktoren für eine der beiden Erkrankungen feststellt, sollte das unbedingt ärztlich abklären lassen, damit rechtzeitig eine effektive Behandlung eingeleitet und das Fortschreiten gebremst werden kann.

Gute Vorbeugung kann schützen

Aber schon im Vorfeld lässt sich viel tun: Die beste Vorbeugung gegen Parodontitis ist eine gute Mundhygiene. Dazu gehört zweimal täglich sorgfältiges Zähneputzen und die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Bürstchen oder Zahnseide. Ein jährlicher Check beim Zahnarzt sollte ebenso selbstverständlich sein. Stellt dieser eine Parodontitis fest, gibt es effektive Behandlungsmöglichkeiten. Diabetes Typ 2 lässt sich vor allem durch eine gesunde Lebensweise verhindern, denn Übergewicht, Bewegungsmangel und falsche Ernährung zählen zu den Hauptauslösern. Besteht die Krankheit bereits, kann eine gute Blutzuckereinstellung Begleiterkrankungen bremsen. Um Wechselwirkungen zwischen Parodontitis und Diabetes zu vermeiden, sollten Patient, Zahnarzt und Hausarzt beziehungsweise Diabetologe eng zusammenarbeiten.

Quelle: Deutschen Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) e. V.
Foto: djd/Deutsche Gesellschaft für Parodontologie/Getty Images/gilaxia